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Die Globalisierung des Arbeitsmarktes bietet vielen Unternehmen, insbesondere Startups, die Möglichkeit, Webdesign-Dienstleistungen aus dem Ausland kostengünstig in Anspruch zu nehmen. Dieser Ansatz kann vorteilhaft sein, birgt jedoch auch spezifische Herausforderungen, die sorgfältig abgewogen werden müssen.

Fallbeispiel: Website aus der Türkei

Ein deutsches Self-Storage-Unternehmen wollte seine Online-Präsenz verbessern, um seine Sichtbarkeit in Suchmaschinen zu erhöhen und mehr organischen Traffic zu generieren. Die Entscheidung fiel auf eine Agentur aus der Türkei, die sich auf SEO-optimierte Inhalte spezialisiert hatte. Dieses Beispiel zeigt, welche Stolpersteine auftreten können und wie man sie effektiv umgeht.

Der Kunde bat, einige „SEO-Texte“ zu schreiben, da die Website in den Suchmaschinen nicht gut rankte und nur wenig organischer Traffic generiert wurde. Bei organischem Traffic handelt es sich um Besucher, die über unbezahlte Klicks von Suchmaschinen auf die Website kommen.

Bei den am häufigsten genutzten Suchbegriffe potenzieller Kunden des Auftraggebers landete das Unternehmen bei Suchmaschinen frühestens ab Seite 4. Die Hoffnung des Auftraggebers war es natürlich, dass die Website durch ein paar zusätzliche und optimierte „SEO-Texte“ in den Suchmaschinen besser ranken würde.

Was normalerweise passiert, ist dass im Anschluss Texte mehr oder weniger gut „optimiert“ werden, indem Suchbegriffe (Keywords oder Keywordgruppen) mit denen User nach Dienstleistungen oder Produkten suchen, anhand eines Schemas, Rücksprachen mit dem Auftraggeber und mit ein paar Analysen, das auch User Experience berücksichtigen sollte, Texte optimiert, erstellt und veröffentlicht werden. Idealerweise stellt sich dann auch ein Erfolg ein. Doch Erfolg ist relativ, und es sollte es immer Ziel sein, auf Seite 1 weit oben zu landen.

Doch SEO (Suchmaschinenoptimierung) besteht aus einer recht grossen Anzahl an Einzelbausteinen, die weit über SEO-optimierte Texte und SEO-Plugins hinausgehen. Dessen sollten sich auch Texter / Copywriter bewusst sein, damit Kunden mit entsprechender Erwartungshaltung besser informiert und beraten werden (siehe SEO-Intensivkurs).

Andere Sprachen im Seitenquelltext

Die Website sah für den User gut und ansprechend aus, doch der Blick auf den Seitenquelltext offenbarte sofort, dass unter anderem Bildbeschriftungen, Meta-Informationen sowie Linkbezeichnungen auf türkisch verfasst waren. Das sieht der normale Kunde beim Besuch auf die Website zwar nicht, das Problem ist aber: die Suchmaschinen schon. Google &Co. dürfte es zwar im Grunde gleichgültig sein wo und wer die Website erstellt hat, aber die Suchmaschinen nutzen die dahinterliegenden Informationen wie auch im Seitenquelltext,, um unter anderem mehr über die Inhalte und Aktualität zu erfahren. Diese Informationen haben daher auch einen wesentlichen Einfluss darauf, wie gut die Seite in den Suchmaschinen gerankt werden kann.

Dieser Kunde wurde selbstverständlich mit Handlungsempfehlungen darüber informiert und die Übersetzungen sowie die SEO-optimierten Texte wurden eingesetzt. Kurze Zeit danach rankte das Unternehmen mit den meistgesuchten Begriffen auf Bestplätzen auf Seite 1.

Was ist der Seitenquelltext?

Der Seitenquelltext, oft auch Quellcode oder HTML-Quelltext genannt, bezieht sich auf den Code, der verwendet wird, um eine Webseite zu erstellen und zu strukturieren. Der Seitenquelltext ist wie das Rezept für eine Webseite. Wenn du eine Webseite in deinem Internetbrowser anschaust, siehst du zum Beispiel Texte, Bilder und Buttons. All diese Elemente sind durch den Seitenquelltext angeordnet und gestaltet.

Dieser „Text“ wird meist in einer Sprache namens HTML geschrieben, das steht für „Hypertext Markup Language“. Stell dir vor, HTML ist wie die Bauanleitung, die sagt, wo jedes Bild, jeder Textblock oder Link auf der Seite platziert wird. Zusätzlich zu HTML gibt es noch CSS, kurz für „Cascading Style Sheets“, das bestimmt, wie die Dinge aussehen – also welche Farben, Schriftarten oder Grössen verwendet werden.

Wenn du möchtest, kannst du dir diesen Code selbst ansehen. Auf den meisten Webseiten kannst du mit der rechten Maustaste irgendwo auf die Seite klicken und dann „Seitenquelltext anzeigen“ oder ähnliches auswählen. Dann siehst du all den Code, der nötig ist, um die Seite so aussehen zu lassen, wie sie aussieht.

PS: Um dein Webprojekt oder die Kurse bei INTROMOVE zu bestehen und verstehen musst du nicht lernen, wie man selbst Seitenquelltexte erstellt. Diese werden üblicherweise über CMS-Systeme wie z.B. WordPress oder „Homepage-Baukästen“ selbst generiert, nachdem du Informationen wie Links, Bilder etc. auf einer benutzerfreundlichen Umgebung einträgst. 

Wie lassen sich Probleme minimieren?

Hier sind einige Tipps, wie sich das Sprachproblem umgehen lässt, wenn du die Website im anderssprachigen Ausland machen lässt:

  1. Du suchst dir einen deutschsprachigen Webdesigner aus dem Ausland und gibst den klaren Auftrag, sämtlichen Content auf deutsch einzutragen.
  2. Du stellst vorab durch Referenzen und Tests fest, ob der Webdesigner sowie die vorgeschlagenen Templates (Vorlagen) sämtlichen SEO- & UX-Kriterien standhalten (Wie, lernst du in den Kursen bei INTROMOVE)
  3. Wenn das nicht möglich ist, speichere sämtliches Bildmaterial auf deutsch ab (nach SEO-Kriterien)
  4. Stelle  vorab sicher, dass du oder dein Team danach mit der Website selbständig umgehen könnt und eine Schulung habt, damit Ihr Links und sämtliche Meta-Informationen selbständig anlegt und optimiert.
  5. Stelle vor allem sicher, dass alle URLs auf deutsch und nach SEO-Kriterien angelegt werden.

Idealfall und einige Tipps

  • Im Idealfall hast du die Kompetenzen, die du z.B. bei INTROMOVE im Basiskurs erwerben kannst, vorab Analysen zu erstellen, die den Aufbau deiner Webarchitektur / Navigation definieren. Du kümmerst dich vorab darum, wo die Website gehostet werden soll, um nebst Performance und Sicherheit deiner Daten auch sicherzustellen, dass der Hostinganbieter den Anforderungen aktueller Datenschutzbestimmungen stand hält.
  • Unabhängig davon ob die Website z.B. über WordPress oder „Homepage-Baukästen“ aufgebaut wird, testest du vorab, ob sie SEO-Kriterien standhält (Lernst du natürlich auch in den Kursen bei INTROMOVE).
  • Stelle sicher, dass du, respektive dein Unternehmen nicht abhängig von der Agentur oder dem Webdesigner wird, weil z.B. individuelle und nicht nachvollziehbare Änderungen im Code vorgenommen wurden oder werden. Lasse dir, wenn du den Auftrag vergibst auch das Benutzerinterface zeigen, wo du später Änderungen am Text oder an den Bildern selbständig vornehmen kannst.
  • Behalte das Controlling deines Hostings, deiner Sicherheitseinstellungen und der Domains bei dir und übertrage die Verantwortung nicht an Fremde im Ausland.
  • Stelle sicher, dass die Website inkl. Impressum, AGB und Datenschutz den rechtlichen Anforderungen deines Landes und deiner Branche entspricht. Beachte, dass du eventuell zusätzliche Anforderungen erfüllen musst, wenn du Dienstleistungen oder Produkte ins Ausland verkaufst.
  • Sei dir bewusst, dass es schwierig werden könnte, rechtliche Forderungen im Ausland zu stellen, wenn sich der Webdesigner im Ausland befindet und das Projekt richtig schief laufen würde.