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In der digitalen Marketingwelt fühlen sich viele Unternehmen gezwungen, auf einer Vielzahl von Plattformen wie YouTube, Instagram, LinkedIn, X (früher Twitter), WhatsApp und verschiedenen Chat-Interfaces präsent zu sein. Diese Strategie der Omnipräsenz kann jedoch erhebliche Nachteile mit sich bringen, die sowohl die interne Arbeitskultur als auch das externe Unternehmensimage betreffen.

Vorteile eines fokussierten Ansatzes

Gezielte Ressourcennutzung: Indem sich Unternehmen auf ausgewählte Kanäle konzentrieren, die besonders gut zur eigenen Zielgruppe passen, können sie ihre Ressourcen effektiver einsetzen. Dies führt zu höherwertigen Inhalten und Interaktionen, stärkt die Markenbindung und steigert die Effektivität der Marketingmassnahmen.

Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit: Eine geringere Anzahl zu betreuender Kanäle kann den Arbeitsdruck signifikant reduzieren. Dies trägt zur Mitarbeiterzufriedenheit bei, verringert das Risiko von Burnout und fördert eine produktive Arbeitsumgebung.

Erhöhung der Kampagneneffektivität: Durch die Konzentration auf weniger Kanäle können Unternehmen die Auswirkungen ihrer Strategien besser messen und anpassen, was zu effizienteren und effektiveren Marketingmassnahmen führt.

Nachteile einer omnipräsenten Marketingstrategie

Überforderung der Ressourcen: Die gleichzeitige Pflege zahlreicher Kanäle kann dazu führen, dass keiner davon richtig betreut wird. Dies kann sich negativ auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO) auswirken, da unzureichend gepflegte Inhalte die Sichtbarkeit und das Ranking der Website verschlechtern.

Verzögerte Reaktionszeiten: Kunden erwarten heutzutage schnelle und präzise Antworten auf ihre Anfragen. Wenn ein Unternehmen auf zu vielen Kanälen aktiv ist, kann es schwierig werden, überall rechtzeitig zu reagieren. Dies kann zu Unzufriedenheit führen und das Unternehmensimage schädigen, da Kunden unzureichende Betreuung und mangelndes Engagement wahrnehmen könnten.

Ineffektive Nutzung von Marketingbudgets: Eine Präsenz auf zu vielen Plattformen kann auch zu einer Verzettelung des Marketingbudgets führen. Ohne klare Fokussierung werden Mittel möglicherweise nicht dort eingesetzt, wo sie den grössten Nutzen bringen.

Tatsächlich kann das Tracking über viele Marketingkanäle hinweg verwirrend sein, besonders im Hinblick auf die Zuordnung von Marketingbudgets. Mehrere Studien, Fachartikel und natürlich Unternehmen haben sich mit dieser Herausforderung befasst.

Erstens wird festgestellt, dass bei der Nutzung vieler unterschiedlicher Kanäle, die Attribution, also die Zuordnung von Verkaufserfolgen zu den verschiedenen Marketingmassnahmen, komplexer wird. Besonders herausfordernd ist es, genaue Rückschlüsse zu ziehen, wenn unterschiedliche Kanäle (wie z.B. Social Media, E-Mail-Marketing und Suchmaschinenwerbung) involviert sind. Jeder dieser Kanäle kann beanspruchen, zur Conversion beigetragen zu haben, was zu Überschneidungen und Mehrfachansprüchen führt​​​​.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Messung des Return on Advertising Spend (ROAS) nahezu unmöglich wird, wenn keine präzisen Tracking-Daten vorhanden sind. Dies ist oft der Fall, wenn Nutzer über verschiedene Geräte und Browser hinweg agieren, was zu Ungenauigkeiten in den Attributionsergebnissen führen kann​​.

Zusätzlich erschwert die aktuelle Tendenz weg von Drittanbieter-Cookies die Situation weiter. Viele Browser blockieren standardmäßig Drittanbieter-Cookies, und mit wachsenden Datenschutzbedenken wählen viele Nutzer Optionen, die Tracking verhindern​​​​.

Diese Faktoren führen zu einem schwankenden Marketingbudget und können die Gewinne beeinflussen, da Unternehmen möglicherweise in Kanäle investieren, deren Effektivität sie nicht genau messen können. Es wird empfohlen, weniger auf Quantität und mehr auf die Qualität und gezielte Pflege weniger, gut ausgewählter Kanäle zu setzen, um eine effektivere und nachhaltige Marketingstrategie zu gewährleisten.

Schlussfolgerung

Für Unternehmen im Bereich Digital Marketing ist es entscheidend, eine Balance zwischen der Präsenz auf verschiedenen Plattformen und der internen Kapazität zur effektiven Betreuung dieser Kanäle zu finden. Ein langsamer, bedachter Wachstumsansatz ermöglicht nicht nur eine nachhaltige Entwicklung und Pflege der Kanäle, sondern schützt auch die Arbeitskultur, das Unternehmensimage und das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Durch die Konzentration auf weniger, aber dafür relevante Kanäle können Unternehmen eine stärkere, authentischere Verbindung zu ihrer Zielgruppe aufbauen und gleichzeitig ihr Unternehmensimage und ihre Marktposition stärken.

Viele CEOs sehen Social Media zwar nützlich für den Aufbau des Markenimages und die Kundeninteraktion, betrachten es aber nicht als effektiven Kern einer Marketingstrategie, vor allem, wenn es um messbare Ergebnisse wie Konversionen und Verkäufe geht. Dies unterstreicht die Bedeutung einer fokussierten Strategie, die sich auf kanalspezifische Stärken konzentriert und dabei hilft, direkte Wege zu den Verkaufspunkten zu schaffen​​.

Insgesamt lässt sich sagen, dass ein langsames und überlegtes Wachstum in der Anzahl der Marketingkanäle, unterstützt durch eine starke Content-Marketing-Strategie, oft die effektivste Art ist, langfristig positive Ergebnisse zu erzielen und die Ressourcen des Unternehmens optimal zu nutzen.